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DTF oder DTG? So wählen Sie das richtige Verfahren für Ihr Textilgeschäft

Zwei Industriedrucker: links ein Ricoh Ri 4000 mit bedrucktem Shirt, rechts ein grauer XTF D430 Transferdrucker.
KI-generiertes Bild

Direct-to-Film (DTF) und Direct-to-Garment (DTG) sind die beiden digitalen Verfahren, die die Textilveredelung in den letzten Jahren am stärksten verändert haben. Beide drucken vollfarbige Motive ohne Siebe, ohne Einrichtungskosten für Siebe und ohne Mindestauflagen – und doch funktionieren sie sehr unterschiedlich. Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede und hilft Ihnen bei der Entscheidung, welches Verfahren zu Ihren Aufträgen, Ihren Materialien und Ihrer Produktion passt.

So funktioniert DTG

Beim Direct-to-Garment-Druck werden wasserbasierte Tinten direkt auf das Textil aufgebracht – eingesetzt wird dabei ein Inkjet-Drucker, der für konfektionierteTextilien konzipiert ist. Das Kleidungsstück liegt auf einer Palette, der Druckkopf fährt darüber und druckt die Tinte direkt auf den Stoff.

  • Helle Textilien: Die Farben werden direkt auf das Textil gedruckt.
  • Dunkle Textilien: Zuerst wird ein Weißunterdruck gedruckt, damit die Farben leuchtend bleiben. Bei Baumwolle ist dafür in der Regel eine Vorbehandlung erforderlich, die manche Systeme – etwa die RICOH Ri 4000 – automatisch auftragen.
  • Nach dem Druck wird die Tinte mit Hitze ausgehärtet.

Weil die Tinte teilweise in den Stoff einsinkt, fühlen sich DTG-Drucke weich an – besonders auf hellen Textilien, bei denen kein Weißunterdruck nötig ist. Seine Stärken zeigt das Verfahren bei detailreichen, fotografischen Motiven auf Baumwolle; Systeme wie der Ri 4000 bedrucken außerdem auch Polyester.

So funktioniert DTF

Beim Direct-to-Film-Druck wird das Motiv nicht auf das Textil, sondern auf eine spezielle Transferfolie gedruckt:

  1. Der Drucker bringt die Farben und eine Schicht weiße Tinte auf die Folie auf.
  2. Auf den noch feuchten Druck wird Hotmelt-Pulver aufgetragen.
  3. Das Pulver wird geschmolzen und ausgehärtet.
  4. Der fertige Transfer wird mit einer Transferpresse auf das Textil aufgepresst.

Der Transfer kann sofort aufgebracht oder eingelagert und später gepresst werden. Diese Trennung von Druck und Veredelung ist einer der wesentlichen Vorteile von DTF.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

DTG DTF
Wohin die Tinte gelangt direkt aud das Textil auf eine Transferfolie, danach aufgepresst
Geeignete Materialien Baumwolle und Baumwollmischungen; Polyester mit passenden Systemen (z. B. Ri 4000) Baumwolle, Polyester und Mischgewebe – mit passendem Schmelzkleber auch Nylon und Softshell (vorher testen)
Dunkle Textilien Weißunterdruck, bei Baumwolle mit Vorbehandlung Die weiße Schicht ist Teil des Transfers
Griff sehr weich auf hellen Textilien; fester mit Weißunterdruck eine dünne Transferschicht auf der Oberfläche
Arbeitsablauf ein Schritt direkt auf dem Textil drucken, pulvern, aushärten, pressen
Vorproduktion Es können nur bedruckte Textilien auf Lager gelegt werden Transfers lassen sich vorproduzieren und bei Bedarf aufbringen

Wann DTG die bessere Wahl ist

  • Sie bedrucken überwiegend Baumwoll-T-Shirts, -Hoodies und -Sweatshirts.
  • Ihre Motive sind fotografisch oder sehr detailreich, und ein weicher Griff ist wichtig – etwa in der Mode.
  • Sie produzieren Einzelstücke und kleine Auflagen auf Abruf, direkt auf dem fertigen Kleidungsstück.

Wann DTF die bessere Wahl ist

  • Sie veredeln viele verschiedene Materialien: Baumwollshirts, Polyester-Sportbekleidung, Mischgewebe, Taschen – und mit passendem Schmelzkleber auch Nylon und Softshell (das Material immer vorher testen).
  • Sie möchten Transfers vorproduzieren und aufbringen, wenn der Auftrag eingeht, oder sie an Kunden weitergeben, die selbst pressen.
  • Sie benötigen Logos und Werbemotive auf wechselnden Artikeln in unterschiedlichen Stückzahlen.

Warum viele Betriebe beides einsetzen

DTG und DTF ergänzen sich gut. Manche Systeme vereinen sogar beide Verfahren: Die RICOH Ri 1000X druckt DTG und optional DTF (mit DTF-Folie und -Pulver), und die RICOH Ri 4000 bietet einen Dual-Modus für DTG und DTF mit integrierter Vorbehandlung. Für die reine DTF-Produktion bietet RICOH zwei Systeme:

Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung stellen sollten

  1. Welche Textilien bedrucken Sie am häufigsten – und welche möchten Sie künftig bedrucken?
  2. Wie groß sind Ihre typischen Aufträge, und wie schnell müssen sie geliefert werden?
  3. Möchten Sie Transfers auf Lager legen oder erst drucken, wenn ein Auftrag eingeht?
  4. Wie viel Platz haben Sie, und wer bedient das System?
  5. Soll das System mit Ihnen mitwachsen?

Vergleichen Sie beide Verfahren mit Ihren eigenen Textilien

Die verlässlichste Antwort liefert ein Test mit Ihren eigenen Textilien und Motiven. Im RICOH Textile Competence Center bei Frankfurt bedrucken unsere Anwendungsspezialisten sie gemeinsam mit Ihnen im DTG- und im DTF-Verfahren, sodass Sie Farbe, Detailtreue, Griff und Arbeitsablauf direkt nebeneinander vergleichen können. Demo buchen.